DOGE nutzte KI zur Gestaltung der Wohnungspolitik. Nun blockiert HUD Anfragen zur Aufklärung.

Bundeswohnungsbehörden halten mehr als 100 Dokumente über KI-Tools, die bei der Politikgestaltung verwendet wurden, zurück und berufen sich auf rechtliche Ausnahmen, die es Experten zufolge nicht gibt.

AI2Day Newsdesk· 3 min read
Aerial 16:9 editorial photograph of the Bank of England building in the City of London, shot from directly above at midday, surrounded by dense financial distri
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Wichtige Punkte

  • Das Department of Housing and Urban Development (HUD) hielt mehr als 100 Dokumente in Reaktion auf einen Antrag auf öffentliche Unterlagen über die Verwendung von KI bei der Politikgestaltung zurück.
  • Eine gemeinnützige Organisation namens Democracy Forward stellte den Antrag nach dem Freedom of Information Act (FOIA), ein formales Rechtsinstrument, das Bürger und Organisationen nutzen, um Regierungsdokumente zu erhalten.
  • HUD berief sich auf ein sogenanntes „KI-Privileg", um einige Unterlagen zu blockieren – eine Ausnahme, die Rechtsexperten zufolge keine Grundlage im Bundesrecht hat.
  • Ein zurückgehaltenes Dokument, das einem DOGE-Mitglied gehörte, trug den Titel „GPT defined Econ Analysis approach 11 10 25.docx" und war als „deliberative AI input" gekennzeichnet.
  • Kein US-amerikanisches Gesetz verlangt derzeit von der Regierung, offenzulegen, wenn KI zur Erstellung oder Änderung von Regeln und Vorschriften verwendet wurde.

Ein kleines Team im Department of Housing and Urban Development verbrachte Monate damit, KI-Tools zu nutzen, um Bundesvorschriften für mögliche Streichung zu kennzeichnen. Die Öffentlichkeit weiß immer noch nicht genau, wie diese Tools funktionierten oder wie viel Gewicht ihre Ausgaben hatten. HUD weigert sich zu sagen.

Die gemeinnützige Rechtsgruppe Democracy Forward stellte einen Antrag nach dem Freedom of Information Act (FOIA), dem Standard-Rechtsmechanismus, mit dem Bürger Regierungsdokumente einfordern. HUD reagierte mit der Blockierung von mehr als 100 Dokumenten. Die angegebenen Gründe reichten von echten Streitpunkten bis zu rechtlich erfundenen.

Das Team, das diese Arbeit verrichtete, stammte aus der sogenannten Department of Government Efficiency (DOGE), einer mit dem Weißen Haus verbundenen Initiative, die Anfang 2025 Personal in Bundesbehörden entsandte. Wie Wired zuerst berichtete, umfasste das Team im HUD Christopher Sweet, damals Student im dritten Jahr an der University of Chicago, und Scott Langmack, ein ehemaliger Geschäftsführer eines Immobilientech-Startups. Sweets Hauptaufgabe war laut HUD-Mitarbeitern damals die Verwendung von KI, um Behördenregeln zu identifizieren, die abgeschafft oder überarbeitet werden könnten. Langmack ist nun Geschäftsführer für Deregulierungs-KI im Office of Management and Budget.

Zwei Dateien stechen unter den zurückgehaltenen Dokumenten hervor. Eine Datei mit dem Namen „GPT defined Econ Analysis approach 11 10 25.docx", die Langmack gehörte, wurde unter dem Label „deliberative AI input" blockiert. Eine zweite Datei, „RegulatoryAnalysisPrompt.pdf", ebenfalls von Langmack, scheint zu zeigen, dass das Team Prompts erstellte – Textanweisungen, die einem KI-Chatbot sagen, was zu tun ist – um Regulierungsanalysen durchzuführen.

Hatte HUD das Recht, diese Unterlagen zurückzuhalten?

In den meisten Fällen nein, laut Rechtsexperten. Die Regierung hat neun anerkannte Ausnahmen unter FOIA. HUD stützte sich stark auf Ausnahme 5, die den Austausch zwischen menschlichen Regierungsangestellten schützt, während sie an einer Politikentscheidung arbeiten. Die Idee besteht darin, candid internal debate zu schützen. Aber John Davisson, stellvertretender Direktor für Durchsetzung im Electronic Privacy Information Center, sagt, dass diese Ausnahme nicht auf Gespräche zwischen einer Person und einem KI-Chatbot ausgedehnt wird. „KI-Systeme, Computer haben keinen Anspruch auf Aufrichtigkeit", sagte er. HUD berief sich auch auf ein „presidential communications privilege" für mindestens ein Prompt-Dokument, was weitere Fragen bei Rechtsbeobachtern aufwarf, woher diese Anweisungen stammten.

Für normale Menschen ist die praktische Sorge unkompliziert. KI-Tools, einschließlich der großen Sprachmodelle, die Chatbots wie ChatGPT antreiben, sind bekannt dafür, selbstbewusst klingende Fehler zu produzieren, eingebaute Vorurteile zu widerspiegeln oder einfach Fakten falsch zu verstehen. Wenn ein solches Tool bei der Identifizierung von Wohnungsregeln, die gestrichen werden sollten, half, und die Öffentlichkeit die Prompts oder Ausgaben nicht sehen kann, gibt es keine Möglichkeit, die Arbeit zu überprüfen.

„Zugang zu den Prompts ist wirklich der beste Weg, um sagen zu können, wofür Beamte diese Tools verwenden und wie schädlich diese Verwendungen sein könnten", sagte Tori Noble, Anwältin im Electronic Frontier Foundation.

Keine Gesetzgebung zwingt derzeit eine US-amerikanische Regierungsbehörde, eine Politikentscheidung als KI-unterstützt zu kennzeichnen. Bis sich das ändert, kann die Öffentlichkeit möglicherweise einfach nur der Regierung vertrauen, wie diese Tools verwendet werden.

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