Ihre privaten Claude-Chats könnten in einer Google-Suche auftauchen
Eine technische Lücke zwischen Anthropics Datenschutzrichtlinien und der tatsächlichen Funktionsweise von Suchmaschinen machte freigegebene Claude-Gespräche für jeden sichtbar, der wusste, wo er suchen musste.

Wichtigste Punkte
- Freigegebene Claude-Chat-Links erschienen in Google- und Bing-Suchergebnissen und legten Gespräche über Politik, Rechtsethik und erotische Rollenspiele offen.
- Anthropic verwendete eine robots.txt-Datei, um Suchmaschinen fernzuhalten, aber weder Google noch Bing behandeln diese Datei als absolute Garantie.
- Sowohl Google als auch Bing sagen, dass Website-Betreiber einzelnen Seiten auch ein „noindex"-Tag hinzufügen sollten; Wired berichtete, dass Claudes freigegebene Seiten dieses nicht enthielten.
- Google hat diese Ergebnisse inzwischen eingestellt, aber Bing zeigte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung immer noch etwa 612 Ergebnisse an.
- Claude-Nutzer können ihre freigegebenen Links jetzt unter Einstellungen > Datenschutz > Freigegebene Chats löschen.
Jeder, der ein Claude-Gespräch über die integrierte Freigabefunktion des Chatbots geteilt hat, könnte diesen Chat in einer einfachen Websuche gefunden haben. Gespräche über die Wahl einer politischen Partei, ob Anwälte in Kansas ethische Verstöße selbst melden müssen, und explizites Rollenspiel tauchten alle in Ergebnissen auf, die ein Reddit-Nutzer am Wochenende zunächst kennzeichnete.
Wie landeten private Chats in Suchergebnissen?
Sie waren von Anfang an nicht vollständig privat, zumindest nicht standardmäßig. Wenn ein Claude-Nutzer einen teilbaren Link erstellt, fehlte eine kurze „noindex"-Anweisung, ein Code, der Suchmaschinen mitteilt „diese Seite nicht auflisten", auf diesen Seiten. Diese Lücke verursachte die Exposition.
Hier ist das technische Bild in einfachen Worten. Anthropic verwendet eine Datei namens robots.txt, ein Standard-Anweisungsblatt, das Websites veröffentlichen, um Web-Crawling-Bots mitzuteilen, welche Seiten zu vermeiden sind. Anthropics robots.txt teilt Crawlern seit mindestens September 2024 mit, freigegebene Chats in Ruhe zu lassen. Das klingt solide. Das Problem ist, dass robots.txt eine Bitte ist, keine Sperre.
Google ist in dieser Frage direkt. Sein eigener Entwicklerleitfaden besagt, dass es robots.txt ignoriert, wenn eine Seite von anderswo im Internet verlinkt ist und der Website-Betreiber das „noindex"-HTML-Tag nicht auch der Seite selbst hinzugefügt hat. Bing sagt dasselbe in seiner Dokumentation. Wired überprüfte eine Stichprobe von exponierten Claude-Seiten und fand keine davon mit diesem Tag.
Google-Sprecher Ned Adriance sagte zu Wired: „Weder Google noch eine andere Suchmaschine kontrolliert, welche Seiten im Web öffentlich gemacht werden." Er fügte hinzu, dass Google noindex-Direktiven immer respektiert, wenn Website-Betreiber sie verwenden. Anthropic antwortete nicht auf Anfragen für Stellungnahmen. Microsoft, das Bing besitzt, lehnte auch eine Stellungnahme ab.
Sind Ihre Daten jetzt noch exponiert?
Für Google wahrscheinlich nicht. Diese Ergebnisse scheinen entfernt worden zu sein. Bing zeigte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung immer noch Ergebnisse an, und Wired vermerkte, dass die zugrunde liegenden Seiten immer noch das noindex-Tag fehlt, was bedeutet, dass das Problem erneut auftreten könnte.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Anthropic damit konfrontiert wurde. Das gleiche Problem tauchte im September 2024 auf, und das Unternehmen teilte Forbes damals mit, dass robots.txt sein Ansatz sei. Die Lücke wurde nie vollständig geschlossen.
Was sollten Claude-Nutzer tun?
Überprüfen Sie Ihre freigegebenen Links. Öffnen Sie Claude, gehen Sie zu Einstellungen > Datenschutz > Freigegebene Chats, und überprüfen oder löschen Sie alle Links, die Sie erstellt haben. Wenn ein Gespräch etwas enthält, das Sie nicht möchten, dass ein Fremder auf einer Suchergebnisseite liest, löschen Sie den freigegebenen Link jetzt.
Die breitere Lektion hier gilt für jeden KI-Chatbot, nicht nur Claude. Ein teilbarer Link ist eine öffentliche Webseite. Sie verhält sich wie eine, was bedeutet, dass Suchmaschinen sie finden können, es sei denn, die Website verhindert dies aktiv mit den richtigen technischen Anweisungen.



