KI findet Softwarefehler schneller, als Unternehmen sie beheben können. Ein Startup hat gerade 60 Millionen Dollar aufgebracht
Act Security will die Lücke zwischen der Entdeckung einer Sicherheitslücke und dem Zugriff durch Hacker schließen, indem es die ungenutzten Teile von Cloud-Systemen sperrt.

Wichtigste Punkte
- Act Security, gegründet 2025 in Tel Aviv, sammelte bis Juli 2026 60 Millionen Dollar ein, um Cloud-Sicherheitsrisiken zu bewältigen, die durch KI entstehen.
- Für 2026 werden etwa 59.000 neue Softwareschwachstellen erwartet, etwa 161 pro Tag, so das Forum of Incident Response and Security Teams.
- Im Juli 2026 allein behob Oracle mehr als 1.400 Fehler, Microsoft fixte 622 und Google adressierte 429 in einem einzelnen Chrome-Browser-Update.
- Act Security argumentiert, dass 97% der Cloud-Berechtigungen, der Zugriffsrechte für Software und Benutzer, ungenutzt bleiben und unnötige Risiken schaffen.
Künstliche Intelligenz kann nun riesige Codestrecken in wenigen Stunden durchsuchen. Diese Geschwindigkeit ist für Verteidiger tatsächlich nützlich. Sie bedeutet aber auch, dass Angreifer ein mächtiges neues Werkzeug haben, um Schwachstellen zu finden, und die Zahl der Sicherheitslücken – Fehler in Software, die Hacker ausnutzen können – wächst schnell.
Wie zuerst von ThreatVectr, einem Cybersecurity-Nachrichtenportal, berichtet wurde, sammelte Act Security 60 Millionen Dollar ein, um genau dieses Problem anzugehen. Das 2025 gegründete Startup aus Tel Aviv ist der Ansicht, dass der traditionelle Ansatz des Patchens jedes Fehlers nicht schnell genug skaliert.
Wie schlimm ist das Schwachstellenproblem derzeit?
Sehr schlimm und wird immer schlimmer. Das Forum of Incident Response and Security Teams erwartet etwa 59.000 neue Softwareschwachstellen allein 2026. Das sind etwa 161 neue Probleme jeden einzelnen Tag.
Das Ausmaß zeigt sich deutlich in den Patch-Zahlen, die die großen Anbieter diesen Sommer veröffentlichten.
| Unternehmen | Behobene Fehler | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Oracle | 1.400+ | Juli 2026 |
| Microsoft | 622 | Juli 2026 |
| Google (Chrome) | 429 | Juni 2026 |
Jeder Tag zwischen der Entdeckung eines Fehlers und der Installation eines Patches ist ein Fenster, durch das Hacker eindringen können.
Was macht Act Security eigentlich?
Statt um jeden Fehler zu flicken, konzentriert sich Act Security darauf, zu verringern, was Angreifer überhaupt erreichen können. Das Unternehmen zielt auf Cloud-Umgebungen ab, die Remote-Infrastruktur, auf die sich die meisten Unternehmen nun zum Speichern von Daten und Ausführen von Software verlassen.
Co-Gründer und CEO Jonathan Langer verweist auf eine bemerkenswerte Zahl: Fast 97% der Berechtigungen in einer typischen Cloud-Einrichtung – die Zugriffsrechte, die festlegen, welche Software und welche Personen welche Daten lesen oder ändern können – bleiben dauerhaft ungenutzt. KI-Systeme, die sich in diese Cloud-Umgebungen einklinken, erben all diese Berechtigungen automatisch. Das sind viele offene Türen.
Die Software von Act Security erfasst diese ungenutzten Zugriffspfade und sperrt sie ab, erzwingt strenge Regeln, damit sowohl KI-Systeme als auch menschliche Mitarbeiter nur auf das zugreifen können, das sie wirklich benötigen. Die Idee ist, dass ein Hacker, der eindringt, viel weniger zu tun hat.
Für Unternehmen ist der praktische Vorteil zweifach. Weniger offene Zugriffspfade bedeuten weniger Risiko, selbst wenn ein Patch langsam kommt. Das Unternehmen stimmt seine Kontrollen auch mit etablierten Sicherheitsstandards ab, einschließlich NIST 800-53 und PCI DSS, den Compliance-Rahmenbedingungen, die viele Branchen von Unternehmen verlangen.
Sollten normale Angestellte besorgt sein?
Nicht persönlich alarmiert, aber aufmerksam. Die Schwachstellen liegen hier in Business-Software und Cloud-Systemen, nicht auf Ihrem Laptop. Wenn Ihr Arbeitgeber Cloud-Services betreibt, ist sein IT-Team derjenige, der gegen die Uhr läuft. Der sinnvolle Schritt für jede Organisation ist, zu überprüfen, wer und was auf ihre Cloud-Systeme zugreifen kann, und alles zu reduzieren, das nicht unbedingt erforderlich ist.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Cloud-Umgebung und warum ist sie hier wichtig?
Eine Cloud-Umgebung ist Infrastruktur, die von einem Anbieter wie Amazon, Microsoft oder Google betrieben wird und auf die über das Internet zugegriffen wird, anstatt auf Computern, die Ihr Unternehmen physisch besitzt. Die meisten Unternehmen speichern dort sensible Daten, was es zu einem Hauptziel macht.
Muss ich meine eigenen Geräte wegen dieses Problems patchen?
Die hier besprochenen Schwachstellen betreffen hauptsächlich Business-Software und Cloud-Infrastruktur. Allerdings betreffen die oben erwähnten Google-Chrome-Patches auch alltägliche Browser, daher ist es immer eine gute Gewohnheit, Chrome auf jedem verwendeten Gerät aktuell zu halten.



