LinkedIn fügt einen „KI-Spam melden"-Button hinzu, während gefälschte Posts das Feed überfluten
Vier von zehn längeren LinkedIn-Posts könnten bereits vollständig von KI verfasst sein. Jetzt ermöglicht die Plattform Nutzern, diese zu kennzeichnen, und überarbeitet diskret die Tools, die das Problem überhaupt erst geschaffen haben.

Wichtigste Punkte
- LinkedIn fügt einen Button hinzu, mit dem Nutzer jeden Post als „Wirkt wie KI-Spam" melden können, sichtbar im Drei-Punkte-Menü.
- Das KI-Erkennungstool Pangram stellte fest, dass 41 Prozent der LinkedIn-Posts im Long-Form-Format vollständig von KI generiert wurden.
- Chief Product Officer Hari Srinivasan bezeichnete KI-Spam als „höchste Priorität" in einem öffentlichen Post zur Ankündigung der Änderungen.
- LinkedIn schafft sein KI-Post-Verbesserungstool ab und ersetzt es durch ein Korrekturprogramm, das deine Worte nicht umschreibt.
- Neue automatische Klassifizierer, Softwarefilter, die Posts auf Anzeichen von maschinengeschriebenem Text überprüfen, werden KI-haltige Inhalte in empfohlenen Feeds reduzieren.
Wenn sich dein LinkedIn-Feed wie eine Mauer aus motivierenden Füllwörtern anfühlt, die von niemandem Bestimmtem geschrieben wurden, dann täuschst du dich nicht. Ein großer Teil der längeren Posts der Plattform wird mittlerweile vollständig von KI verfasst, und LinkedIn unternimmt etwas dagegen.
Was macht der neue Button tatsächlich?
Die Option „Wirkt wie KI-Spam" befindet sich im Drei-Punkte-Menü auf jedem Post. Tippe darauf, LinkedIn versteckt den Post und protokolliert deine Beschwerde. Nach Angaben von Chief Product Officer Hari Srinivasan werden diese Rückmeldungen dem Unternehmen helfen, „unsere Modelle zu verbessern und bessere Feeds bereitzustellen."
Im Hintergrund setzt LinkedIn auch neue Klassifizierer ein – automatisierte Filter, die Posts auf Anzeichen intensiver KI-Nutzung oder niedriger Qualität bewerten –, um zu verringern, wie oft solche Inhalte in empfohlenen Posts und Inhalten von Personen, denen du nicht folgst, erscheinen. Srinivasan bestätigte auch, dass das Unternehmen eine Möglichkeit testet, um Post-Autoren anzuzeigen, wenn andere Nutzer der Meinung sind, dass ihre Schreibweise unecht wirkt.
Wir berichteten über Pangrams zugrunde liegende Erkennungstechnologie am 29. Juli 2026, als das New Yorker Startup 9 Millionen Dollar einsammelte und eine Genauigkeit von über 99 Prozent bei der Erkennung von KI-generiertem Text beanspruchte.
Wie schlimm ist das Problem tatsächlich geworden?
Schlimm genug, dass die Zahlen nicht zu ignorieren sind. Das KI-Erkennungstool Pangram, ein Werkzeug, das Text auf maschinengeschriebene Muster analysiert, kennzeichnete kürzlich 41 Prozent der LinkedIn-Posts im Long-Format als vollständig von KI generiert – eine Zahl, die zunächst von 404Media berichtet wurde. Das bedeutet, dass etwa zwei von fünf längeren Posts, die du siehst, kein Wort von der Person enthalten, die ihn veröffentlicht hat.
Was ändert sich für Menschen, die KI zum Schreiben ihrer Posts nutzen?
Eine bestimmte LinkedIn-Funktion fällt weg: die Option, mit KI einen Post zu „verbessern", wodurch er effektiv in einer glattereren, unternehmensgerechten Stimme umgeschrieben wurde. Sie wird durch ein Korrekturprogramm ersetzt, das Rechtschreib- und Grammatikfehler behebt, aber deine Worte unverändert lässt.
Die Absicht, sagt Srinivasan, ist es, deine Stimme deine zu bleiben. Umfangreiche KI-Umschreibungen werden innerhalb der App schwieriger zu bewerkstelligen sein, obwohl nichts verhindert, dass jemand anderswo geschriebenen Text einfügt.
Was bedeutet das für gewöhnliche LinkedIn-Nutzer?
Dein Feed sollte im Laufe der Zeit weniger Posts zeigen, die aus einer Vorlage zusammengesetzt sind. Der Report-Button gibt dir etwas Konkretes zu tun, wenn du das nächste Mal auf einen Post stößt, der deine Augen zum Glazen bringt.
Wenn du selbst auf LinkedIn postest, ist die Botschaft unmissverständlich: schreib wie eine Person. Die Systeme der Plattform sind nun aktiv trainiert, um Inhalte zu erkennen und herabzustufen, die nicht wie von einer Person klingen. Das ist keine kleine Veränderung für ein berufliches Netzwerk, auf dem viele Menschen ihre Karrieren aufbauen.



