Fast ein Drittel der britischen Hersteller von Cyber-Angriffen betroffen, Umfrage zeigt
Eine neue Umfrage zeigt, dass 30 % der britischen Hersteller im vergangenen Jahr einen Cyber-Angriff auf sich selbst oder einen Zulieferer erlitten haben, doch nur die Hälfte verfügt über einen formalen Reaktionsplan.

Wichtigste Punkte
- Fast ein Drittel der britischen Hersteller (30 %) berichtete von einem Cyber-Angriff auf ihr Unternehmen oder ein Unternehmen in ihrer Lieferkette im vergangenen Jahr.
- Nur die Hälfte der betroffenen Unternehmen verfügte über einen formalen Incident-Response-Plan, das heißt ein schriftliches Handbuch für das Vorgehen bei einem Angriff.
- Die Ergebnisse wurden ungefähr ein Jahr nach der JLR (Jaguar Land Rover), dem größten Arbeitgeber der britischen Automobilindustrie, veröffentlicht, das nach einem erheblichen Cyber-Angriff gezwungen war, die Produktion mehrere Wochen lang einzustellen.
- Große Hersteller beschrieben sich selbst als ständiger Bedrohung ausgesetzt, doch die Vorbereitungen bleiben weit hinter dem Risikoniveau zurück.
Britische Fabriken stehen unter zunehmendem Druck durch Hacker, und die Zahlen zeigen, dass viele nicht darauf vorbereitet sind. Eine neue Umfrage zeigt, dass fast ein Drittel der britischen Hersteller einen Cyber-Angriff auf ihre eigenen Systeme oder auf ein Unternehmen, auf das sie in ihrer Lieferkette angewiesen sind, erlebt hat. Das bedeutet das Netzwerk von Zulieferern, die Teile, Software oder Dienstleistungen in ein fertiges Produkt liefern.
Dieser Lieferketten-Aspekt ist wichtig. Ein Hersteller kann viel in seine eigene Sicherheit investieren und wird trotzdem geschädigt, wenn ein kleinerer Zulieferer mit schwächeren Abwehrmechanismen zunächst kompromittiert wird. Hacker haben gelernt, dass kleinere Unternehmen oft ein leichteres Einfallstor in größere Unternehmen sind.
Warum betrifft dies gewöhnliche Menschen?
Wenn eine Fabrik ausfällt, stoppt die Warenverteilung. Regale werden leer, Lieferzeiten verlängern sich und Preise können steigen. Der JLR-Angriff, der zuerst von The Guardian gemeldet wurde, zwang einen der größten Arbeitgeber Großbritanniens, die Produktion für mehrere Wochen einzustellen und zeigte, wie schnell eine einzige Sicherheitsverletzung sich auf Arbeitsplätze, Vertragshändler und Kunden auswirken kann.
Die Hälfte der befragten Unternehmen gab zu, keinen Incident-Response-Plan zu haben. Das ist gleichbedeutend mit einem Ladenbesitzer, der weiß, dass Überschwemmungen wahrscheinlich sind, aber noch nie darüber nachgedacht hat, wo der Mopp ist.
Was sollten Unternehmen jetzt tun?
Sicherheitsexperten empfehlen ständig die gleichen Anfangspunkte: Erfassen Sie jeden Zulieferer, auf den Sie angewiesen sind, fragen Sie ihn direkt, welche Sicherheitsmaßnahmen er durchführt, und schreiben Sie auf, auch nur kurz, was Ihr Team in den ersten 24 Stunden nach Entdeckung eines Angriffs tun wird.
Die Schulung von Mitarbeitern, um Phishing-E-Mails zu erkennen, gefälschte Nachrichten, die darauf abzielen, Passwörter zu stehlen oder Mitarbeiter zu täuschen, um Zugriff zu gewähren, bleibt eine der kostengünstigsten Abwehrmöglichkeiten, die ein kleines oder mittleres Unternehmen ergreifen kann.
Die Umfrageergebnisse sind ein zeitgemäßer Anstoß. Hersteller, die ihre Gefährdung seit dem JLR-Vorfall nicht überprüft haben, arbeiten mit einem veralteten Verständnis ihres eigenen Risikos.
Was kommt als nächstes?
Die britische Regierung hat strengere Cyber-Sicherheitsanforderungen für kritische Branchen, einschließlich Fertigung, als Teil breiterer nationaler Resilienz-Bemühungen signalisiert. Spezifische Regeln und Zeitpläne werden noch gestaltet, aber die Entwicklungsrichtung ist klar: Regulierer wollen dokumentierte Pläne, keine guten Absichten.
Vorerst bleibt die praktische Lücke zwischen dem Ausmaß der Bedrohung und der tatsächlichen Vorbereitung der Unternehmen groß.



