Das KI-Modell von Applied Computing soll Öl- und Gasbetriebe revolutionieren
Londoner Startup Applied Computing sichert sich 20 Millionen Dollar zur Optimierung von Energieanlagen mit KI.

Wichtige Punkte
- Applied Computing, ein in London ansässiges Startup, sammelte 2023 20 Millionen Dollar in einer Serie-A-Finanzierungsrunde ein, angeführt von KBR.
- Das Unternehmen entwickelte Orbital, ein Basis-KI-Modell für die Öl-, Gas- und Petrochemieindustrie.
- Orbital integriert Sensordaten mit Physik und Chemie, um Anlagenzustände vorherzusagen und Simulationen durchzuführen.
- Orbital hat in weniger als 18 Monaten zweistellige Millionen an wiederkehrenden Jahreseinnahmen erreicht.
- Applied Computing plant internationale Expansion und eröffnete ein neues Büro in Houston.
Falls Sie sich schon mal gefragt haben, wie Energieriesen es schaffen, inmitten eines Netzes von Sensoren und Daten alles reibungslos am Laufen zu halten – das Londoner Startup Applied Computing hat eine Lösung. Es hat gerade 20 Millionen Dollar eingesammelt, angeführt vom Ingenieurunternehmen KBR, um sein KI-Modell Orbital weiterzuentwickeln, das speziell für die Öl-, Gas- und Petrochemieindustrie konzipiert ist.
Wie funktioniert Orbital?
Anders als die Chatbots, die Sie vielleicht im Kundenservice nutzen, geht es bei Orbital nicht um Gespräche. Es ist ein Basis-KI-Modell, das verschiedene Arten von Informationen kombiniert: Rohdaten von Sensoren, komplexe Physik und bewährte Chemie. Das Ziel? Vorherzusagen, was in einer Anlage vor sich geht, und Bedienern helfen, schnell intelligente Entscheidungen zu treffen.
Orbital hilft Technikern zu sehen, wie Änderungen in einem Teil der Anlage den Rest beeinflussen könnten. Es kann Probleme kennzeichnen, Ursachen untersuchen und sogar vorhersagen, ob eine Lösung zu anderen Problemen führen könnte – alles in wenigen Minuten.
Der CEO von Applied Computing, Callum Adamson, sagt, dass Bedienende in großen Anlagen oft weniger als 8 % der verfügbaren Daten nutzen. Orbital soll das ändern, indem verschiedene Datenquellen wie Sensorablesungen und technische Dokumente in Echtzeit zusammenarbeiten.
Das Startup hat bereits Wellen geschlagen und ist vom Stealth-Modus zu zweistelligen Millionen an wiederkehrenden Jahreseinnahmen in weniger als 18 Monaten übergegangen. Zwar verriet Adamson nicht, wie viele Unternehmen Orbital nutzen, erwähnte aber Partnerschaften mit großen Namen wie dem indischen Energieriesen Wipro und amerikanischen und europäischen Ölkonzernen.
Was kommt als nächstes für Applied Computing?
Mit einem neuen Büro in Houston positioniert sich Applied Computing für Wachstum in Nordamerika. Der Plan ist, die 20 Millionen Dollar zu nutzen, um weiter zu expandieren, neue Talente einzustellen und mehr Einsätze im Energiesektor zu erkunden. Sie peilen auch den Nahen Osten für zukünftige Expansion an.
Das Startup konkurriert nicht nur gegen traditionelle Industriesoftwareunternehmen wie AspenTech und AVEVA. Es gibt auch spezialisierte KI-Startups wie Cognite und Seeq. Aber Adamson argumentiert, dass ihre Stärke darin liegt, Top-KI-Forscher zusammenzubringen, um etwas wirklich Wettbewerbsfähiges zu schaffen.
Für Datenschutzfreunde ist es erwähnenswert, dass die Betriebsdaten, mit denen Orbital arbeitet, nicht öffentlich verfügbar sind – was je nach Sichtweise sowohl eine Stärke als auch ein Problem sein könnte.
Zusammengefasst setzt Applied Computing darauf, dass ihre Geschwindigkeit und Echtzeiteinblicke der Öl- und Gasindustrie helfen können, effizienter zu arbeiten, Energie zu sparen und die Leistung zu erhalten. Es ist ein großes Versprechen, aber mit der Unterstützung von KBR und anderen sind sie gut auf dem Weg, es Wirklichkeit werden zu lassen.



