Okta kauft KI-Sicherheits-Startup Permiso für rund 200 Millionen Dollar
Das Geschäft ist eine Wette darauf, dass die Überwachung von KI-Agenten und nicht nur menschlicher Anmeldungen zu einem der dringendsten Probleme in der Unternehmenssicherheit werden wird.

Wichtigste Punkte
- Okta hat sich auf den Kauf von Permiso Security für knapp 200 Millionen Dollar geeinigt, fast ausschließlich in bar, wie ein Insider gegenüber TechCrunch AI bestätigte.
- Permiso, gegründet 2022, entwickelt Software, die verdächtiges Verhalten in Cloud-Systemen nach Gewährung des Zugriffs überwacht.
- Das Startup hatte vor dem Deal insgesamt rund 29 Millionen Dollar aufgebracht, darunter eine Serie-A-Finanzierung von 18,5 Millionen Dollar im April 2024, die es auf etwa 80 Millionen Dollar bewertete.
- Die Übernahme soll im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2027 von Okta abgeschlossen sein.
- Permiso startete im April 2025 ein Tool namens SandyClaw, um KI-Agenten auf schädliches Verhalten zu testen, bevor Unternehmen sie einsetzen.
Okta, das Unternehmen, das am besten für den Button „Mit Okta anmelden" bekannt ist, den viele Mitarbeiter jeden Morgen sehen, hat sich auf den Kauf des Startups Permiso Security geeinigt. Der Preis: knapp 200 Millionen Dollar, fast ausschließlich in bar. Okta gab keine Summe bekannt, aber eine direkt informierte Quelle bestätigte die Zahl gegenüber TechCrunch AI, und Okta bestritt sie nicht auf Anfrage.
Was macht Permiso eigentlich?
Permiso überwacht, was nach einer Anmeldung geschieht. Das ist wichtig, weil sich die meisten Sicherheitstools auf die Tür konzentrieren, nicht auf das, was Besucher tun, sobald sie drinnen sind.
Stellen Sie sich ein Gebäude mit einem Kartensystem vor. Traditionelle Identitätstools prüfen, ob Ihre Karte am Eingang gültig ist. Permiso überwacht, ob Sie einmal drinnen anfangen, Türen zu öffnen, die Sie keinen Grund haben zu öffnen. Es kennzeichnet dieses Verhalten in Echtzeit in Cloud-Computing-Umgebungen, in denen Unternehmen Daten speichern und Software ausführen.
Permiso wurde 2022 von Paul Nguyen und Jason Martin gegründet, beide ehemalige Führungskräfte des Cybersicherheitsunternehmens FireEye. Das Startup machte sich einen Namen darin, Angriffe zu erkennen, bei denen Kriminelle gestohlene Anmeldedaten, also gestohlene Benutzernamen und Passwörter, nutzen, um unbemerkt durch die Cloud-Systeme eines Unternehmens zu navigieren.
Warum ist dieses Geschäft für KI wichtig?
Das dringende neue Problem sind KI-Agenten. Ein KI-Agent ist Software, die mehrschrittige Aufgaben eigenständig ausführen kann – Meetings buchen, Daten abrufen, Nachrichten versenden – ohne dass ein Mensch jeden Schritt durchklickt. Unternehmen setzen sie schnell ein, und jeder dieser Agenten benötigt Zugriff auf Unternehmenssysteme.
Dies schafft Millionen neuer „Maschinenidentitäten", Konten, die zur Software und nicht zu Menschen gehören. Wenn ein Angreifer eine kaperte, könnte er erheblichen Schaden anrichten, während er sich hinter dem verbirgt, was wie normale automatisierte Aktivität aussieht.
Permiso überwacht bereits diese Maschinenidentitäten. Im April 2025 startete es SandyClaw, ein Tool, das KI-Agenten in einer sicheren, isolierten Umgebung (einer Sandbox, einem abgeriegelten Testbereich, in dem Code keinen echten Schaden anrichten kann) testet, um böswilliges Verhalten zu erkennen, bevor ein Agent live geht.
Ely Kahn, Chief Product Officer von Okta, sagte, Permiso würde Oktas „Identity-Security-Fabric" um Bedrohungserkennung und Reaktionsfähigkeiten erweitern.
Was bedeutet das für gewöhnliche Mitarbeiter?
Wenn Sie Okta bei der Arbeit nutzen, wird dieses Geschäft wahrscheinlich irgendwann als strengere Überwachung automatisierter Tools Ihres Unternehmens sichtbar, nicht Ihrer persönlichen Anmeldung. Die praktische Auswirkung für die meisten Mitarbeiter ist unsichtbar. Der Schutz, wenn er wie beabsichtigt funktioniert, ist real: Er macht es Angreifern schwerer, ein Hintergrund-Softwarekonto stillschweigend zu kapern und es zum Datenraub zu nutzen.
Permiso hatte vor diesem Deal insgesamt etwa 29 Millionen Dollar aufgebracht. Ein Verkauf für bis zu 200 Millionen Dollar stellt eine erhebliche Rendite dieser Investition dar und ein klares Signal, dass die Sicherung von KI-Agenten nun wertvoll genug ist, um sehr hohe Schecks auszustellen.
Beachten Sie: Alle Workplace-Apps, die plötzlich eine Neubestätigung Ihrer Berechtigungen verlangen, oder neue Mitteilungen über KI-Tools, die vor der Bereitstellung überprüft werden. Beide sind Zeichen dafür, dass Ihr Unternehmen die Sicherheit von Maschinenidentitäten ernst nimmt.



