Apple wählt Alibaba und Baidu als KI-Partner für iPhones in China – Aktien steigen
Chinas zwei größte KI-Unternehmen werden Apples intelligente Funktionen für chinesische Nutzer bereitstellen, nachdem Peking diese Woche grünes Licht gab.

Wichtige Punkte
- Alibabas an der Hongkonger Börse notierte Aktie stieg am Donnerstag um 5%, nachdem das Unternehmen bestätigte, dass sein Qwen-KI-Modell in Apple-Dienste in China integriert wird.
- Baidus an der Hongkonger Börse notierte Aktie gewann am selben Tag 4%, nachdem Baidu bestätigte, dass es ebenfalls mit Apple an KI-Funktionen für iPhones in China arbeitet.
- Chinas Cyberspace Administration, die staatliche Behörde für Internetregulierung, genehmigte Apple Intelligence zusammen mit sechs weiteren Smartphone-KI-Diensten am Mittwoch.
- Alibaba teilte CNBC Tech mit, dass Qwen über Apples iOS-, iPadOS-, macOS- und visionOS-Betriebssysteme für Nutzer in China funktioniert.
Apple hat ein Problem in China. Seine Flaggschiff-KI-Funktion Apple Intelligence basiert auf Modellen von OpenAI. OpenAI ist in China nicht tätig. Apple brauchte daher lokale Partner, und diese Woche bestätigte das Unternehmen zwei davon.
Alibabas Qwen, ein großes Sprachmodell (ähnlich der KI, die ChatGPT antreibt), wird direkt in Apples Apps und Betriebssysteme für chinesische Nutzer integriert. Das bedeutet, dass Funktionen wie Textzusammenfassung, Bildbeschreibungen oder das Verfassen von Antworten alle im Hintergrund über Qwen laufen könnten, ohne dass der Nutzer zu einer separaten App wechseln muss.
„Qwen wird in Apple Intelligence-Funktionen innerhalb von iOS, iPadOS, macOS und visionOS für Nutzer in China integriert", sagte ein Alibaba-Sprecher. Apple machte keine Angaben.
Baidu, außerhalb Chinas vor allem für seine Suchmaschine bekannt, aber auch ein großer Akteur im KI-Bereich, bestätigte separat, dass es mit Apple an Intelligence-Funktionen für iPhones in China arbeitet. Keines der Unternehmen gab genaue technische Details darüber ab, welche KI-Funktionen Baidu übernehmen wird gegenüber Qwens Rolle.
Die Partnerschaften wurden erst nach grünem Licht durch die Regulierungsbehörden möglich. Chinas Cyberspace Administration, die Behörde, die darüber entscheidet, welche Online-Dienste betrieben werden dürfen, veröffentlichte am Mittwoch einen Hinweis, in dem Apple Intelligence als genehmigter Dienst aufgelistet wurde, zusammen mit Produkten von Huawei und fünf anderen Unternehmen.
Was bedeutet das für iPhone-Nutzer in China?
Für die rund 60 Millionen iPhone-Nutzer in China bedeutet dies, dass Apples KI-Funktionen ähnlich wie für Nutzer anderswo verfügbar werden sollten, allerdings angetrieben durch lokale KI-Modelle statt OpenAI. Text- und Bildwerkzeuge sowie intelligente Antworten könnten in den Apps erscheinen, die sie bereits nutzen, ohne dass ein zusätzlicher Download erforderlich ist.
Für Anleger war die Nachricht ein unmittelbares Vertrauensvotum. Sowohl Alibaba- als auch Baidu-Aktien stiegen am Donnerstag deutlich an – ein Signal, dass der Markt hinter den Deals echtes kommerzielles Gewicht sieht.
Der Hintergrund ist ein erbitterter Wettbewerb auf staatlicher Ebene. Die Vereinigten Staaten haben Chinas Zugang zu fortgeschrittenen Chips eingeschränkt – der spezialisierte Hardware, die KI-Systeme zum Training und Betrieb benötigen. China hat amerikanische Investitionen in seinen Technologiesektor begrenzt. Die Integration von Alibaba und Baidu in Apples globales Produkt ist ein greifbarer Gewinn für chinesische KI auf der Weltbühne.
Für gewöhnliche iPhone-Nutzer außerhalb Chinas ändert sich vorerst nichts. Aber die Geschichte zeigt, dass Apple Intelligence nicht ein einzelnes Produkt ist: Es ist ein Framework, das Apple mit verschiedenen KI-Partnern in verschiedenen Ländern zusammensetzt, je nach lokalen Gesetzen und politischen Gegebenheiten.



