Große Plattenlabels wollen KI-Songs aus den Charts verbannen – es sei denn, sie bestehen einen Test
Universal, Sony und Warner haben Regeln entworfen, die vollständig KI-generierte Titel aus offiziellen Musikcharts weltweit entfernen würden, doch die Schlüsselphrase „wesentlich von Menschen gemacht" bleibt undefiniert.

Wichtigste Punkte
- Universal Music Group, Sony Music und Warner Music Group schlugen im Juli 2026 Regeln für die Chart-Berechtigung von KI-generierter Musik vor.
- Nach dem Vorschlag muss ein Song „wesentlich von Menschen gemacht" sein, um in offiziellen Musikcharts zu erscheinen, obwohl diese Phrase derzeit nicht definiert ist.
- Die IFPI, der globale Branchenverband für aufgezeichnete Musik, unterstützt den Vorschlag der Label.
- Keine Chart-Organisation, einschließlich Billboard oder der UK Official Charts, hat bislang angekündigt, die Regeln zu übernehmen.
- Ein separater früherer Vorschlag der RIAA und von Branchenpartnern würde nur Kennzeichnung erfordern, keine Chart-Ausschließung.
Die drei größten Plattenlabels der Welt wollen KI-generierte Songs aus den Charts verbannen. Universal Music Group, Sony Music und Warner Music Group, die zusammen die Mehrheit der weltweit kommerziell veröffentlichten Musik vertreten, unterbreiteten den Vorschlag Ende Juli 2026, wie zunächst The Verge berichtete.
Es ist eine härtere Linie als alles, was die Branche bisher geäußert hat. Unsere Story vom 13. Juli 2026 "Ein australischer Song erreichte Platz 1 im Radio. Jetzt fragen sich die Menschen, ob KI ihn gemacht hat." zeigte, dass die Frage der Chart-Authentizität bereits existierte, bevor es formale Regeln gab.
Was genau schlagen sie vor?
Die Label wollen jede Aufnahme, die mit generativer KI erstellt wurde – Software, die Musik aus Text- oder Audio-Eingaben erstellt, anstatt von einer menschlichen Performance – von offiziellen Charts ausschließen, es sei denn, sie erfüllt eine Checkliste von Bedingungen. Die kritischste davon: Der Track muss „wesentlich von Menschen gemacht" sein.
Niemand hat diese Phrase definiert. Sony Music, UMG und Mom+Pop Music antworteten nicht auf Bitten um Klarstellung, und diese Unklarheit ist die schärfste Schwachstelle des Vorschlags, da die gesamte Regel darauf beruht.
Die vollständige Checkliste geht über die menschliche Beteiligung hinaus. Der verwendete KI-Service muss angemessen lizenziert sein. Trainingsdaten, aus denen das Modell gelernt hat, müssen legal verwendet worden sein. Der Track darf keine Bedenken hinsichtlich gefälschter Streams oder Chart-Manipulation aufwerfen. Er muss Urheberrechts- und Persönlichkeitsrechtsgesetze einhalten. Streaming-Plattformen müssen ein klares Label tragen, das den Hörern mitteilt, dass KI beteiligt war.
Wie unterscheidet sich dies von dem, was die Branche bereits vorgeschlagen hat?
Anfang 2026 schlug eine breitere Koalition, einschließlich der RIAA (Recording Industry Association of America, der wichtigsten US-amerikanischen Musik-Branchengruppe), der IFPI (International Federation of the Phonographic Industry, ihr globales Äquivalent) und der Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA einen Kennzeichnungsstandard vor. Dieser Plan kennzeichnet KI-gestützte oder KI-generierte Musik, damit die Hörer wissen, was sie hören. Er verbietet nichts von den Charts.
Der neue Vorschlag der Label fügt den harten Ausschluss hinzu: Kennzeichnen Sie ihn, dann sperren Sie ihn aus, es sei denn, er erfüllt den Test zur menschlichen Beteiligung.
| Vorschlag | Wer unterstützt ihn | Chart-Verbot? | Kennzeichnung erforderlich? |
|---|---|---|---|
| RIAA / IFPI-Kennzeichnungsstandard | RIAA, IFPI, SAG-AFTRA | Nein | Ja |
| Regeln zur Chart-Berechtigung der Label | UMG, Sony, Warner, IFPI | Ja (bedingt) | Ja |
Die IFPI unterstützt jetzt beide Bemühungen.
Ändert dies heute eigentlich etwas?
Noch nicht. Keine Chart-Organisation hat sich zur Übernahme der Regeln verpflichtet, und Vorschläge wie dieser durchlaufen normalerweise Monate oder Jahre, bis sie die Gremien durchlaufen, die die Charts verwalten.
Für Musiker, die KI-Tools als Teil ihres kreativen Prozesses nutzen, ist die eventuelle Definition von „wesentlich von Menschen gemacht" am wichtigsten. Ein Produzent, der Melodien und Texte schreibt, aber KI zur Generierung des Backing Tracks nutzt, sitzt an einem ganz anderen Ort als jemand, der einen Prompt eintippt und das Ergebnis hochlädt. Wo die Linie gezogen wird, wird bestimmen, was als Hit gezählt wird. Das ist keine kleine Frage für eine Branche, die bereits von Sonys frischer Klage wegen 30.000 angeblich kopierter Songs erschüttert ist, die wir am 20. Juli 2026 berichteten.
Häufig gestellte Fragen
Werden KI-Songs von Streaming-Diensten verschwinden?
Nein. Dieser Vorschlag deckt nur die Chart-Berechtigung ab, nicht die Verfügbarkeit. KI-generierte Musik würde immer noch auf Spotify und Apple Music erscheinen; sie würde nur nicht zu den offiziellen Chart-Positionen nach dem Plan der Label zählen.
Wer kontrolliert eigentlich die Charts?
Organisationen wie Billboard in den USA und die Official Charts Company in Großbritannien verwalten die Charts unabhängig. Plattenlabels können sie beeinflussen, aber die Chart-Gremien setzen ihre eigenen Regeln, weshalb heute kein Verbot in Kraft ist.
Was bedeutet „wesentlich von Menschen gemacht" praktisch?
Im Moment hat niemand das gesagt. Die Label haben keine Definition angegeben, und diese Lücke ist das größte Hindernis für die Durchsetzung.



