Londoner Robotik-Startup Humanoid sammelt 152 Millionen Dollar bei 1,35 Milliarden Dollar Bewertung ein
Das erst letztes Jahr gegründete Unternehmen hat Bosch als Fertigungspartner und Schaeffler als Investor. Sein Rad-Roboter wird bereits bei Kunden getestet.

Wichtigste Punkte
- Humanoid sammelte 152 Millionen Dollar in einer Series-A-Finanzierungsrunde im Jahr 2026 ein und erreichte eine Post-Money-Bewertung von 1,35 Milliarden Dollar.
- Das Londoner Unternehmen hat seit seiner Gründung im Jahr 2024 insgesamt 270 Millionen Dollar eingesammelt.
- Robert Bosch GmbH wird Humanoids Roboter unter einer Vertragsfertigungsvereinbarung herstellen.
- Schaeffler AG, ein deutscher Industriegigant, beteiligte sich an der Runde als Investor und kommerzieller Partner.
- Humanoid plant, seinen Beta-Roboter im vierten Quartal 2026 an zahlende Kunden auszuliefern.
Humanoid, ein in London ansässiges Robotik-Startup, das 2024 unter dem ursprünglichen Namen SKL Robotics Ltd. gegründet wurde, hat eine Finanzierungsrunde der Serie A in Höhe von 152 Millionen Dollar abgeschlossen. Dies ist die erste größere externe Finanzierungsrunde, die ein Startup nach seinem anfänglichen Seed-Geld aufbringt. Der Deal bewertet das Unternehmen mit 1,35 Milliarden Dollar, bevor das frische Kapital auf dem Konto ankommt.
Wie zuerst von The Robot Report berichtet, erhöht die Runde Humanoids Gesamtfinanzierung auf 270 Millionen Dollar in etwa zwei Jahren Existenz.
Das Unternehmen stellt einen Roboter namens HMND 01 Alpha Wheeled her – eine Maschine mit zwei Armen und einer Radplattform, die sich auf einem Lager- oder Fabrikgelände bewegen und Gegenstände handhaben kann. Sie ist derzeit für Frühtests bei Kundenstandorten verfügbar. Eine Version mit Beinen statt Rädern ist ebenfalls in Entwicklung.
Der Roboter läuft auf Software, die Humanoid KinetIQ nennt – ein Kontrollsystem, das Maschinenflotten koordiniert. Ein Modul namens KinetIQ Ascend ermöglicht es den Robotern, durch Versuch und Irrtum zu lernen, ähnlich wie eine Person eine Aufgabe durch wiederholtes Üben verbessert.
Zwei Namen auf der Investorenliste stechen hervor. Robert Bosch GmbH, der deutsche Industriekonzern, hat sich als Vertragsfertigungspartner verpflichtet, was bedeutet, dass Bosch-Fabriken die Roboter in großem Umfang herstellen. Schaeffler AG, ein weiteres deutsches Industrieunternehmen, das für Lager und Präzisionsteile bekannt ist, ist sowohl ein finanzieller Geldgeber als auch ein kommerzieller Kunde.
Was bedeutet das für Arbeiter auf dem Fabrikgelände?
Kurzfristig ändert sich im Tagesgeschäft nicht viel. Humanoids Roboter befinden sich immer noch in frühen Testphasen, und das Unternehmen erwartet nicht, sein Beta-Modell vor Ende 2026 breit auszuliefern. Die Branchen Logistik, Fertigung und Einzelhandel sind die Sektoren, die das Unternehmen zuerst nennt, sodass diese Branchen vor anderen Piloten sehen werden. Die Roboter sind so konzipiert, dass sie sich wiederholende physische Aufgaben übernehmen, und das Unternehmen stellt sie als Werkzeuge zur Schließung von Arbeitsmarktlücken dar, anstatt direkte Ersatzarbeitskräfte zu sein.
Humanoid betritt ein überfülltes Feld. Deutschlands NEURA Robotics GmbH hat kürzlich eine Serie-C-Runde eröffnet, die auf 1,4 Milliarden Dollar abzielt. Das amerikanische Unternehmen Apptronik schloss im Februar 2026 eine 520-Millionen-Dollar-Runde ab. Agility Robotics wurde durch eine SPAC-Fusion an die Börse gebracht – eine Art Börsennotierung, die ein Mantelunternehmen nutzt – und sammelte im Juni 2026 620 Millionen Dollar ein.
Das meiste dieses Kapitals konzentriert sich noch auf frühe Investitionsphasen, was zeigt, dass die Industrie von Laborprototypen zu realen Fabrikpiloten voranschreitet, aber noch nicht die Massenproduktion erreicht hat.
Humanoid sagt, dass es das neue Geld für die Entwicklung seiner nächsten Roboterplattform, den Start der Massenproduktion seines Radmodells und die Weiterentwicklung der KinetIQ-Software einsetzen wird.



