Airbnb sagt, dass KI nun 60% seines Codes schreibt und die Markteinführungszeit von Features halbiert
Das Unternehmen bringt etwa 80% mehr Features auf den Markt als vor einem Jahr, und sein KI-Kundenservice-Bot bearbeitet jetzt 45% der Anfragen ganz ohne menschliches Eingreifen.

Wichtigste Punkte
- Airbnb-CEO Brian Chesky sagte, dass KI die Zeit von der Idee zum eingeführten Feature um bis zu 60% gekürzt hat, wie er im Earnings-Call zum Q2 2025 mitteilte.
- KI schreibt 60% von Airbnbs Code – eine Zahl, die das Unternehmen Anfang 2025 bekannt gab.
- Verglichen mit demselben Zeitraum 2024 brachte Airbnb in der ersten Hälfte 2025 etwa 80% mehr Features und Verbesserungen auf den Markt.
- Airbnbs KI-Kundenservice-Bot, der Anfragen ohne einen menschlichen Agenten bearbeitet, ist nun in mehr als 50 Sprachen verfügbar und löst 45% der Probleme eigenständig.
- Die Supportkosten pro Buchung sanken dadurch um 16% im Jahresvergleich.
Airbnb hat KI nicht so auffällig in seiner App eingesetzt wie manche Tech-Konzerne. Doch im Hintergrund hat das Unternehmen künstliche Intelligenz stillschweigend einen beachtlichen Teil seiner Engineering-Arbeit übernehmen lassen, und die Ergebnisse zeigen sich in harten Fakten und Zahlen.
Im Earnings-Call zum zweiten Quartal sagte Mitgründer und CEO Brian Chesky gegenüber Investoren: „Bei einigen unserer wichtigsten Initiativen haben wir die Zeit vom Konzept bis zum Launch um bis zu 60% reduziert. Und verglichen mit dem gleichen Zeitraum des letzten Jahres haben wir die Anzahl der Features und Verbesserungen, die wir dieses Jahr eingeführt haben, um etwa 80% erhöht."
Das ist eine Menge Software, die sehr schnell gebaut wurde.
Wie bewerkstelligt KI das eigentlich?
KI schreibt den Code selbst. Anfang des Jahres bestätigte Airbnb, dass KI-Tools nun 60% des Codes generieren, den seine Ingenieure produzieren. Das bedeutet, dass Entwickler mehr Zeit damit verbringen, zu entscheiden, was gebaut werden soll, statt es Zeile für Zeile einzutippen.
Chesky sagte, dass die Produktivitätssteigerungen sich in Search, Sign-up, Checkout und Zahlungen bemerkbar machen. Auch die Hosts – die Personen, die Unterkunftsangebote auf der Plattform einstellen – erhalten einen schnelleren Onboarding-Prozess, sodass neue Angebote Gäste schneller erreichen.
Beim Kundenservice fällt die Bilanz noch deutlicher aus. Airbnb startete 2025 einen KI-gestützten Support-Bot in Nordamerika und expandierte ihn im selben Jahr auf mehr als 50 Sprachen, wobei Sprachunterstützung später 2025 hinzukommen soll. Mittlerweile werden fast 45% der Kundenprobleme, die mit dem Bot beginnen, ohne jede menschliche Beteiligung gelöst. Das reduzierte die Support-Kosten pro Buchung um 16% im Jahresvergleich.
Wie sieht die neue KI-Suche tatsächlich aus?
Momentan ändert sich für normale Nutzer nichts, es sei denn, sie entscheiden sich dafür. Airbnb testet einen Umschalter in seiner App, mit dem Sie von der bekannten Suchfilter-Oberfläche zu einer dialoggestützten KI-Suche wechseln können, wo Sie in natürlicher Sprache eingeben, etwa „eine ruhige Hütte bei einem See für vier Personen im Oktober", und die App gibt Ergebnisse in einem visuellen Format zurück.
Chesky beschrieb die Erfahrung so: Angebots-Titel könnten von KI generiert und in einem Chat-ähnlichen Ton geschrieben werden, während die Produktbeschreibungsseite KI-generierte Highlights zeigt, die auf die jeweilige Person abgestimmt sind, die sucht.
Der Umschalter-Ansatz ist wichtig. Airbnb zwingt die neue Erfahrung nicht denjenigen Nutzern auf, die mit der aktuellen App zufrieden sind. Sie wechseln nur, wenn Sie es möchten.
Wie sieht es mit Airbnbs eigentlichem Geschäft aus?
Die Finanzzahlen unterstützen die Engineering-Story. Für das Quartal bis Juni 2025 meldete Airbnb einen Umsatz von 3,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 17% im Jahresvergleich, und ein bereinigtes EBITDA (ein Maßstab für Betriebsgewinn vor bestimmten Kosten) von 1,3 Milliarden Dollar, ein Plus von 21%.
Schnelleres Shipping plus niedrigere Supportkosten ist eine Kombination, die sich die meisten Unternehmen wünschen würden. Die offene Frage ist, wie immer, was mit dem Gefühl des Produkts geschieht, wenn KI mehr davon schreibt. Airbnb ist bei diesem Thema vorsichtig vorgegangen und hat sich bei Funktionen für Endnutzer wie Bewertungszusammenfassungen und Angebots-Highlights Zeit genommen, bevor es weitergeht.
Ob der neue KI-Suche-Umschalter eines Tages zum Standard wird, ist ein Punkt, den es zu beobachten lohnt.



