KI entdeckt kritische Zoom-Schwachstelle, die Angreifern vollständige Kontrolle über Geräte ermöglicht

Forscher nutzten frei verfügbare KI-Tools und weniger als 20 Anfragen, um eine Sicherheitslücke zu entdecken, die es jedem Teilnehmer einer Bildschirmfreigabe ermöglichte, alle Geräte in diesem Meeting stillschweigend zu übernehmen.

AI2Day Newsdesk4 min read
Full-frame overhead photoreal shot of a cluttered security researcher's desk at night, glowing monitor showing abstract code and highlighted lines, a paper note
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Wichtigste Punkte

  • Forscher des Unternehmens A Security entdeckten im Juni 2025 kritische Sicherheitslücken in Zoom mithilfe frei verfügbarer KI-Tools.
  • Weniger als 20 KI-Anfragen waren erforderlich, um die Schwachstellen zu finden und einen funktionierenden Angriff zu konstruieren.
  • Jeder Teilnehmer eines Zoom-Bildschirmfreigabe-Meetings, egal ob Host oder Gast, hätte sein Gerät ohne Klick übernehmen lassen können.
  • Zoom hat nun Patches veröffentlicht, die auf den eigenen Servern und in den Apps auf den Benutzergeräten implementiert wurden und Windows, macOS, Linux, iOS und Android abdecken.
  • Die Forscher warnen, dass KI die Kosten und Fachkenntnisse für die Entdeckung dieser Art von Schwachstellen auf nahezu null senkt.

Ein Sicherheitsfehler in Zooms Bildschirmfreigabe-Funktion hätte es einem Angreifer ermöglicht, stillschweigend die vollständige Kontrolle über jedes Gerät in einem Meeting zu übernehmen. Ohne Klick. Ohne Warnung auf dem Bildschirm. Einfach dem Meeting beitreten und der Computer war gefährdet.

Forscher des Cybersicherheitsunternehmens A Security gaben diese Erkenntnisse am Dienstag bekannt, wie Wired zuerst berichtete. Zoom veröffentlichte am selben Tag eine Sicherheitsmitteilung und bestätigte, dass es bereits mit dem Rollout von Fixes begonnen hat.

Wie funktionierte der Angriff?

Der Fehler befand sich im Protokoll – der Reihe von Regeln, die zwei Softwareprogramme befolgen, um miteinander zu kommunizieren – das Zoom für seine Echtzeit-Anmerkungsfunktion während der Bildschirmfreigabe nutzt. Das ist das Tool, mit dem Menschen Pfeile zeichnen oder Teile eines gemeinsam genutzten Bildschirms hervorheben können.

Anmerkungen sind undurchschaubarer, komplexer Code. Sicherheitsforscher, sowohl Menschen als auch KI-Systeme, wissen, dass undurchschaubarer und komplexer Code genau dort zu Fehlern führt, wo diese sich verstecken. Die KI-gestützten Tools von A Security konzentrierten sich auf diese Komponente genau aus diesem Grund.

Jeder Teilnehmer eines Meetings mit aktiver Bildschirmfreigabe war gefährdet. Das bedeutet, dass Teilnehmer von Webinaren, Remote-Work-Meetings und Online-Kursen alle potenzielle Ziele waren, ohne etwas Falsches zu tun.

Was hätte ein Angreifer tatsächlich tun können?

„Wenn du einfach mit uns an einem Zoom-Meeting teilnimmst, können wir dein Gerät übernehmen", sagte Co-Gründer von A Security, Yossi Torati, gegenüber Wired. Das Meeting, in dem er dies sagte, lief übrigens auf Microsoft Teams.

Das Worst-Case-Szenario ist deutlich. Ein Angreifer tritt einem Firmen-Meeting bei, nutzt den Bug aus, um den Computer eines Mitarbeiters zu kontrollieren, stiehlt die Anmeldedaten dieses Mitarbeiters und nutzt diese Daten dann, um sich durch die internen Systeme des Unternehmens zu bewegen. Eine Meeting-Einladung wird zur Tür in eine ganze Organisation.

Warum ist der KI-Aspekt wichtig?

Das ist der Punkt, der Forscher über den Zoom-Bug hinaus beunruhigt.

„Früher hätte ein Team von fünf Personen vielleicht sechs Monate gebraucht", sagte Co-Gründer von A Security, Omer Gull, gegenüber Wired. „Jetzt können Menschen mit unter 20 Anfragen zu den gleichen Ergebnissen gelangen."

Frei verfügbare KI-Modelle – die gleichen großen Sprachmodelle (Technologie hinter Chatbots wie ChatGPT), auf die online jeder zugreifen kann – leisteten die Hauptarbeit. Die Barriere, die diese Art von Forschung einmal in den Händen gut finanzierten Teams hielt, fällt schnell zusammen.

Das schneidet beide Wege. Verteidiger können die gleichen Tools nutzen. Aber auch Kriminelle mit weit weniger Ressourcen als zuvor.

Sind Zoom-Nutzer jetzt sicher?

Ja, wenn Ihre Zoom-App aktuell ist. Zoom hat die Schwachstelle sowohl auf den eigenen Servern als auch in den Anwendungen behoben, die Menschen auf ihren Geräten installieren. Das Update deckt alle von Zoom unterstützten Betriebssysteme ab: Windows, macOS, Linux, iOS und Android.

Aktualisieren Sie Ihre Zoom-App jetzt, wenn Sie dies kürzlich nicht getan haben. Die meisten Geräte aktualisieren sich automatisch, aber es dauert nur dreißig Sekunden zu überprüfen.

Worauf sollten Sie achten?

Der Angriff hinterließ keine sichtbaren Spuren, daher können Sie ihn nachträglich nicht bemerken. Was Sie tun können:

  • Halten Sie Zoom und alle Video-Anwendungen jederzeit aktuell.
  • Behandeln Sie unerwartete Meeting-Einladungen von Fremden mit der gleichen Skepsis wie unerwartete E-Mails.
  • Falls Ihre Organisation Zoom für große Veranstaltungen oder Webinare nutzt, bestätigen Sie mit Ihrem IT-Team, dass die neueste Client-Version auf allen Geräten bereitgestellt ist.
  • Denken Sie daran, dass die Teilnahme an einem Meeting nicht automatisch sicher ist. Bildschirmfreigabe-Funktionen, Anmerkungstools, Dateiübertragungen – jeder dieser Aspekte ist eine Oberfläche, die Forscher auf genau diese Art von Fehler prüfen.
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