Adobe aktualisiert Indigo-App mit KI-Bearbeitungsfunktionen von Google
Die iPhone-App, die ein Filmkamera-Feeling versprach, testet generative KI-Fotobearbeitung mit Googles Technologie, nicht Adobes eigenen Modellen.

Wichtigste Punkte
- Adobe aktualisierte seine Indigo-iPhone-Kamera-App 2025 auf Version 1.1 und fügte eine Suite von KI-gestützten Bearbeitungstools namens „AI Playground" hinzu.
- Die neuen Tools basieren auf Googles Nano Banana KI-Modell, nicht auf Adobes eigenem Firefly AI, das die meisten anderen kreativen Software des Unternehmens antreibt.
- Adobe testet kostenlosen Zugriff auf die Funktion mit einem kleinen Prozentsatz der Indigo-Benutzer, ohne dass eine Anmeldung erforderlich ist.
- Adobe Fellow Marc Levoy sagt, dass eine kostenpflichtige Version folgen wird, wenn das Experiment erfolgreich ist.
- Mit den neuen Tools bearbeitete Bilder tragen noch nicht Adobes Standard-KI-Kennzeichnungs-Metadaten, aber das Unternehmen arbeitet daran, dies hinzuzufügen.
Adobes Indigo-App begann als Kameratool für iPhone-Fotografen, die die manuelle Kontrolle einer klassischen Spiegelreflexkamera vermissen, mit großem austauschbarem Objektiv, das man manuell dreht und klickt. Version 1.1, dieses Jahr veröffentlicht, führt die App in eine andere Richtung: generative KI-Bearbeitung, bei der Software Teile eines Fotos erstellt oder löscht, anstatt nur Helligkeit oder Farbe anzupassen.
Der neue Bereich in der App heißt AI Playground. Er bietet vier Tools. Styles wendet KI-generierte Filtereffekte an, die ein Foto wie eine Illustration aussehen lassen oder die Lichtstimmung verändern können. Object Editing entfernt Personen oder ablenkende Elemente aus dem Hintergrund und füllt die Lücke mit KI-generierter Szenerie, ähnlich wie Googles Magic Eraser-Funktion auf Pixel-Phones. Photo Guidance analysiert ein Foto und schlägt vor, wie man es neu fotografieren oder bearbeiten könnte. Custom Edit ist ein Freitext-Tool, bei dem Sie eine englischsprachige Anweisung eingeben, z. B. „Himmel stürmisch aussehen lassen", und die KI versucht dies umzusetzen.
Hier kommt der bemerkenswerte Teil: Adobe nutzt Googles Nano Banana KI-Modell, um diese Funktionen zumindest vorerst zu betreiben. Nano Banana ist ein kompaktes KI-Modell, das effizient auf Geräten wie Telefonen läuft. Adobe sagt, dass es später andere Modelle einswächen könnte. Diese Wahl ist auffällig, da Adobe Jahre damit verbracht hat, seine eigenen Firefly-KI-Modelle zu entwickeln, die mit lizenzierten Bildern trainiert und stark als sicher für kommerzielle Kreativarbeit vermarktet werden.
Adobe Fellow Marc Levoy, der das Indigo-Projekt leitet, beschrieb den Rollout in einem Ankündigungsblog als Experiment. Eine Schaltfläche in der App ermöglicht es Benutzern, die KI-Tools vollständig zu überspringen und Indigo wie bisher zu nutzen. Der Zugriff ist kostenlos, erfordert kein Konto und ist derzeit nur für einen kleinen Teil der Benutzer verfügbar.
Was bedeutet das für Menschen, die sich um Fotohonorabilität kümmern?
Derzeit erhalten Fotos, die mit Indigos KI-Tools bearbeitet wurden, nicht automatisch eine Kennzeichnung als KI-verändert. Adobe fügt normalerweise C2PA Content Credentials, ein verstecktes Tag, das KI-Beteiligung kennzeichnet, zu Bildern hinzu, die mit Firefly erstellt wurden. Indigo tut das noch nicht. Googles Nano Banana-Modell trägt ein unsichtbares SynthID-Wasserzeichen ein, ein verborgenes digitales Signal, das mit Spezialwerkzeugen erkannt werden kann, aber für das menschliche Auge nicht sichtbar ist. Levoy erkannte die Lücke an und sagte, das Team arbeite daran, den vollständigen Credentials-Standard hinzuzufügen.
Levoy formulierte die Verantwortung klar: „Ob die Bearbeitungen, die Sie vornehmen, fair oder irreführend sind, hängt davon ab, was Sie tun, mit wem Sie die Bilder teilen und wie Sie sie präsentieren."
Für Durchschnittsbenutzer ist das praktische Bild unkompliziert. Wenn Sie bereits Indigo haben, ist die Aktualisierung kostenlos und leicht zu überspringen, wenn sie Ihnen nicht gefällt. Wenn das Experiment erfolgreich ist, wird eine kostenpflichtige Version folgen. Und wenn Sie bearbeitete Fotos öffentlich teilen, beachten Sie, dass KI-veränderte Inhaltskennzeichnungen noch nicht vorhanden sind.



